Endlich ist es wieder soweit – Slayer bringen ihr neues Album „World Painted Blood“ in die Läden. Die 4-köpfige Band, die es bereits seit den frühen 80ern gibt, gehört zu einer der einflussreichsten der Metalgeschichte. Ohne kommerziell zu werden schaffen es Slayer immer wieder musikalisch auf sich aufmerksam zu machen.
Tom Araya (Gesang, Bass), Kerry King (Gitarre), Jeff Hanneman (Gitarre) und Dave Lombardo (Schlagzeug) schaffen dies auch mit ihrer neuen Scheibe „World Painted Blood“. Und schon gleich der erste Song trägt diesen mächtigen Namen.
Eingeleitet von einer enormen Spannung beginnen Slayer ihr Album und auch dieses Mal lässt sich kaum ein Ansatz zur Kommerzialisierung erkennen. Straight und immer nach vorn jagt ein Titel den anderen. Diese durchdringende Kraft in den Songs wird immer wieder durch gekonnt eingesetzte „half-time“-parts entspannt. Slayertypisch hingegen ist die kurz darauf folgende Ruhestörung und das Einsetzen der double bass, die Dave Lombardo auch dieses Mal dem Zuhörer in Perfektion um die Ohren haut.
Aber auch die Gitarren spielen als ob es keinen Morgen gäbe. Ob es nun Riffs im Takt der Schlagzeug-Bass und der Snare sind, oder die Gitarrensolos, die mir als Zuhörer mal wieder zeigten, dass es noch Gitarrengötter gibt, Slayer bieten von der ersten Sekunde an alles was das Metalherz höher schlagen lässt.
Tom Araya macht seine Sache auch auf dieser Scheibe absolut solide. Er ist kein sonderlich guter Sänger, aber das stimmliche Aushängeschild der Band und die gibt es immerhin schon knapp 28 Jahre. Araya betont wieder einmal mit seinen „Rufen“, denn Geschrei ist es nicht, den Rhythmus der einzelnen Songs. Vereinzelt, wie im Song „human strain“ ist sogar zeitweise ein Ansatz von Gesang herauszuhören.
Einen kleinen Wermutstropfen gibt es allerdings doch. World Painted Blood ist eine Ansammlung aus vielen kleinen Einzelwerken - jeder Song kann für sich allein stehen – das Album in seiner Gesamtheit bietet jedoch keinen wirklichen Spannungsbogen und es fällt schwer an dieser Stelle einen Song besonders hervorzuheben.
Sehr gut hat mir gefallen, dass Slayer zum einen ihren ganz eigenen und rauen Metalstil durchsetzen, zum anderen aber auch in eine etwas modernere Richtung tendieren und progressiver wirken ohne jedoch vom Kommerz bestimmt zu werden.
Mit „World Painted Blood“ ist es Slayer einmal mehr gelungen Kompromisslosigkeit und musikalische Genialität zu vereinen.
Wertung: 8/10
das hainkind
Line Up
Gesang, E-Bass Tom Araya
E-Gitarre Kerry King
E-Gitarre Jeff Hanneman
Schlagzeug Dave Lombardo