Nun, leider erst die Tage bekommen. Das zweite Album nach dem Debüt aus 2007 der Hamburger Band. Gleich zwei Fragen – so war es jedenfalls bei mir – spuken in meinem Kopf herum: a) Was machen die überhaupt für Mucke? und b) Was um alles in der Welt bedeutet „Samsara?“
Zu a): Das erste Album kenn ich nicht, aber es soll ähnlich sein. Und dieses hier ist mal was ganz anderes, als man es sonst gewohnt ist. Es ist nicht ein Genre… ein Stil… oder gar so etwas wie gradlinig. Eben anders… Frisch, frech, fröhlich & frei – wie man früher zu sagen pflegte. Aber was quäle ich mich mit einer Definition ab? Zitiere ich doch mal einen, der die gehört hat, dann begeistert war und das erste Album mitfinanziert hat:
Denn Ken Hensley (ex Uriah Heep) sagte über sie: “„Maks And The Minors” is one of the best, freshest and most futuristic new bands I have seen or heard in a very long time. I only work with music I like and I liked this band from the moment I first saw them perform at a private party in the summer of 2006. Great songs, great vocals, really tight and original arrangements, Maks And The Minors is candy to my ears – an oasis in a dessert of musical mediocrity…”
Benötigt glaube ich keine Übersetzung, oder? Und Maks ist Max. Falls das noch jemand nicht mitbekommen haben sollte und demnach Kopf der Band.
So, nach soviel altem „Input“ versorgt Euch Nr. 5 nun mit aktuellen… und damit zum Titel des neuen Albums. Also zu b): „Samsara“, damit Ihr nicht in schlauen Büchern wälzen müsst… ist die Bezeichnung für den immer währenden Zyklus des Seins, den Kreislauf von Werden und Vergehen, im Kreislauf der Wiedergeburten. Dieser ewige Kreislauf wird in den östlichen Religionen (Hinduismus, Buddhismus und Jainismus) als leidvoll gewertet [Wikipedia]. Aha.
Oh je. Werden unsere Ohren nun leiden müssen? Nein, nein. Aber ein HM-Album dürft Ihr natürlich auch nicht erwarten. Mutig beginnt man mit „Most Disgusting Town”. Tja, Rock mit etwas Polka. Pianolastig. Aber dennoch fröhlich. Erinnert ein bisschen an „Kinks’ - Demon Alcohol“.
„The River“ ist kein Cover von Bruce, dem Boss. Sondern klingt eher danach, als wollte die „Hermes House Band“ eine Ballade machen. Strenge akustische Gitarre zu durchdringendem Gesang. Völliger Kontrast zum 1. Song.
“Boys ‘n’ Girls” ist dann sehr schnell und der erste Song der hier rockig rüber kommt. Es wird E-Gitarre, Gesang und Keyboard hervorragend in Szene umgesetzt. Passt. Im letzten Dritten des Songs dann eine kurze Passage Sprechgesang, der ein wenig an „Trio“ erinnert. Ich glaube, die Jungs sehen das alles mit sehr viel Humor. Spaß an der Freud’. Oder an der Arbeit. Wer kann das heute schon von sich behaupten?
Es folgt, wenn wundert’s, ein etwas langsamerer Song, namens: „I Was Wrong“. Die Melodie kommt mir seltsam bekannt vor. Hm. Nick Cave? Nee, komm nicht drauf. Die Drums, die bisher etwas im Hintergrund gehalten wurden, kommen hier m. E. zu stark durch. In der Mitte dann Mundharmonika. Tja. Alles vertreten.
„What I Want”. Ha. Ja, nach den ersten Takten erwartet man “The Police”. Natürlich bekommt man sofort mit, dass hier nicht „Sting“ singt. Wäre natürlich der Hammer. Aber der kennt die Jungs vermutlich nicht einmal. Nur der Schluss des Liedes endet leider in einem Chaos. Da ist denen wohl nichts mehr großartig eingefallen.
“Dancing Backwards”. Ja, das will ich sehen. Insbesondere zu dem Song. Und wieder ist die Grundmelodie bekannt. So ein wenig aus dem Bereich „Big-Band-Sound“. Und die mischen das mit Jazz und Rock. Nicht 100% überzeugend, aber mal was anderes.
“Hard To Deliver” ist wieder eine seltsame Mixtur aus Reggae, Slow-Rock und was-weiß-ich. Obwohl es z. T. so ein wenig dahin plätschert reiht es sich nahtlos in das Konzept (falls es so was hier gibt) ein.
„Last Line”. Ja was ist das denn??? Der ist ja fast im gleichen Stil wie sein Vorgänger. Uhi, hier wird man sich aber nun selber untreu. Nicht aufgepasst bei der Zusammenstellung. Oder doch Absicht? Um den Zuhörer zu foppen?
Tiefe Klaviertöne und Sprechgesang leiten “Family Man” ein. Wieder so ein komisches Layout für ein Lied, was nur schwer zu umschreiben ist. Hat so ein bisschen was von Filmmusik.
„Dead Man Walking” ist denn zum mitwalken… mitschunkeln meine ich selbstverständlich. Genau! So was hat ja noch gefehlt.
“About Cash”. Wer mixt Country mit 50er-Jahre Sound? Bingo! Allerdings wollt ich hier mal den Text nachschlagen… Fehlanzeige. Schade. Denn alles hab ich nicht so mitbekommen. Und das, bei einem so wichtigen Thema…
Schlusslicht… Schlusslied ist dann schon fast so was wie eine normale Ballade und mit über 7 Minuten erfüllt auch „Noman’s Land“ diesen Punkt bzgl. der Länge. Irgendwie so was wie ein Bonustrack. In der Mitte passiert gesanglich dann wieder was a-typisches. Typisch!
Schwer. Ganz schwer hier was zu sagen. Der Rahmen (Digi-Pack, die CD im Vinyl-Look, kleines Info-Booklet. die Spielzeit) ist OK. Der Produktion fehlt ein wenig Wärme. Der Klang ist gut. Soviel dazu.
An der CD gibt es musikalisch eigentlich nichts auszusetzen. So eine Mixtur. So was herrlich Erfischendes (und mutiges) hab ich selten gehört. Nein. Gelogen. Bisher noch gar nicht. Qualitativ ist das Ganze allerdings einfach gestrickt. Aber sauber. Und eben: Das Ei des Columbus. „AC/DC“ oder die „Rolling Stones“ begeistern auch immer wieder mit einfachen Mitteln die Fans.
Einen eingefleischten Heavy-Fan erreicht man mit diesem Album wohl eher nicht. Alle anderen, die Abwechselung im CD-Player benötigen, denen kann ich die Scheibe nur empfehlen. 7,5 Punkte.
Andi
7,5/10
Line Up
Artjom Feldtser – Bass, Backing Vocals
Jakob Deiml – Piano
Max Kretzenbacher – Vocals, Guitar
Nikki Schliebs – Drums
Chris Henschel – Guitar